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Der Innenhof der Rocca (Burg) erfüllte eine doppelte Funktion: Er diente sowohl als Kasernenhof als auch als Repräsentationshof, ausgestattet mit einem für die Renaissance typischen dezentralen Brunnen. Funktional fungiert er als Verbindungselement zwischen dem über die Zugbrücke erreichbaren Haupteingang, dem Wohnbereich und dem militärischen Teil.
Der Hof weist ein typisches Erscheinungsbild des 15. Jahrhunderts auf; dennoch bewahrt er deutliche Spuren der Vorgängerbauten und ermöglicht eine Lesart der vier Hauptphasen der Burg. Gegenüber dem Haupteingang ist eine Mauer des Turms zu sehen, an der sich die gesamte architektonische Geschichte der Rocca ablesen lässt: vom römischen Fundament über die Fortsetzung der „Rocchetta“ aus dem 14. Jahrhundert (errichtet unter Kardinal Albornoz um 1350) und die erste Burg des 15. Jahrhunderts (erbaut ein Jahrhundert später durch Sigismondo Pandolfo Malatesta) bis hin zu den Spuren der Rovere-Zeit. Letztere zeigen sich in der Abtragung der Turmspitze früherer Bauten, eine notwendige Anpassung an die Einführung der Artillerie.
Dieser Teil der Rocca, Ergebnis zahlreicher zeitlicher Veränderungen, verdeutlicht, dass der Standort stets als strategischer Punkt der Stadt für den Bau einer Befestigung angesehen wurde, die das Herzstück der Verteidigungsanlagen bildete. Die Arkadenmauer auf der rechten Seite des Hofes gehört zur Ringmauer des 14. Jahrhunderts, wenngleich die Bögen verstärkt wurden, als es notwendig wurde, den Verteidigungswall zu verbreitern, um gemauerte Plattformen für die Artillerie zu schaffen, die die hölzernen Wehrgänge ersetzten.
Die Zisterne zur Wassersammlung neben dem Brunnen aus dem 15. Jahrhundert stammt aus dem 14. Jahrhundert. Sie ist kreisförmig mit einem vertikalen, leicht zapfenförmigen Verlauf. Ihre ästhetisch ansprechende und funktionale Lage lässt darauf schließen, dass der heutige Hof über die Jahrhunderte hinweg stets als Freifläche konzipiert war, umgeben von Verteidigungsmauern. Ähnliches gilt für den Eingang: Er behielt in allen Bauphasen seine Position bei, wie der Verlauf der Verteidigungsmauern der Vorgängerburgen belegt.
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